Московская повседневность в советской кинокомедии 1960–1980-х гг.

Slavica Debrecen, 2026

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DOI 10.31034/055.2026.10
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Аннотация

Der Artikel widmet sich der Repräsentation des Alltags in sowjetischen Filmkomödien der 1960er bis 1980er Jahre. Gegenstand der Analyse ist ein Korpus von neun Filmen: „Erwachsene Kinder“ (1961), „Leichtes Leben“ (1964), „Bitte, das Beschwerdebuch“ (1965), „Literaturstunde“ (1968), „Ironie des Schicksals oder Genießen Sie Ihr Bad!“ (1975), „Mimino“ (1977), „Aus familiären Gründen“ (1977), „Büroromanze“ (1977) und „Die Charmanteste und Attraktivste“ (1985). Die Methodologie der Untersuchung basiert auf der Verbindung zweier sich ergänzender Ansätze: der Soziologie des Alltäglichen im Konzept von Michel de Certeau und der phänomenologischen Poetik des Raumes von Gaston Bachelard. Das Konzept der Taktiken und Strategien bei de Certeau ermöglicht es, die Mechanismen der Anpassung des sowjetischen Stadtbewohners an die Strukturen des Systems zu beschreiben, während Bachelards Poetik die Möglichkeit eröffnet, Interieur, Dingwelt und Wohnraum als Bildsymbole zu lesen, die im Gedächtnis und in der Imagination verwurzelt sind. Der Artikel zeigt, dass die sowjetische Filmkomödie des betrachteten Zeitraums nicht als degeneriertes Genre verstanden werden kann, sondern als besondere ästhetische Form, die mit dem italienischen Neorealismus verbunden ist und eine eigene Sprache der Repräsentation des Alltags hervorgebracht hat. Moskau erscheint in den analysierten Filmen nicht als neutraler topographischer Hintergrund, sondern als sinnstiftender Raum, in dem sich die tiefgreifenden Transformationen der spätsowjetischen Gesellschaft manifestieren: der Generationenkonflikt, die Krise des Öffentlichen und Privaten sowie die Paradoxien der Vereinheitlichung des urbanen Raums. Die Filmkomödie wird als Archiv sozialer Taktiken und zugleich als Text-Raum betrachtet, in dem das Soziale und das Symbolische untrennbar miteinander verflochten sind.