Аңдатпа
Kurz nach dem Ende des Ersten Weltkriegs resümierte der Syndikus des Verbandes Sächsischer Industrieller, Johannes März, daß die sächsische Industrie im Kriege schwer gelitten hat, wahrscheinlic h mehr als die anderer Bundesstaaten .tDamit griff er eine Bemerkung des Leiters der Kriegsrohstof fabteilung des preußischen Kriegsministe riums, Major Koeth, von Anfang Dezember 1916 auf.2 Während einer außerordentli chen Mitgliederver sammlung des Verbands Sächsischer Industrieller äußerte dieser nämlich, man wisse in Berlin, welche Opfer im besonderen die sächsische Industn•e schon gebracht hat; die sächsische hat wohl die schwersten Opfer gebracht.3Ob Koeths Aussage seinen tatsächlichen Standpunkt widerspiegelt oder doch eher dem ,diplomatisch en' Zweck der Beruhigung der über einige wirtschaftspol itische Entscheidung en der Reichsleitung verärgerten Wirtschaftsfü hrer Sachsens diente, mug dahingestellt bleiben:' Inhaltlich entsprach sie aber einer in sächsischen Wirtschaftskr eisen und zum Teil auch in der Bevölkerung verbreiteten Überzeugung , die zudem eng mit der Sorge verbunden war, daß Berlin bei der Verteilung der knappen Rohstoffe, Güter und Lebensmittel 1 JOHANNES MARZ, Die sächsische Industrie im Kriege, in: Johann Edmund Hottenroth (Hg.), Sachsen in großer Zeit.Gemeinverstän dliche sächsische Kriegsgeschicht e und vaterländisches Gedenkwerk des Weltkrieges in Wort und Bild.Nach amtlichen Quellen, Bd. 3, Leipzig 1923, S. 212-231, hier S. 212. 2 Zur Bedeutung der Kriegsrohstoffa bteilung vgl.WOLFGANG MICHALKA, Kriegsrohstoffbewirtschaftung , Walther Rathenau und die ,kommende Wirtschaft', in: Ders (Hg.), Der Erste Weltkrieg.Wirkung -Wahrnehmung -Analyse, München 1994, S. 485-505; zu Koeths Rolle vgl.GERALD D. FELDMAN, Armee, Industrie und Arbeiterschaft in Deutschland