Аңдатпа
Das Konzept des sprachlichen Weltbildes geht auf den Humboldtschen Begriff der sprachlichen Weltansicht zurück (Dobrovol’skij D.: 172, 1996). Die moderne Linguistik hat eingesehen, dass real funktionierende Modelle der menschlichen Sprache nur unter Berücksichtigung bestimmter Wissenstypen entwickelt werden können. Das sind die wichtigsten Erkenntnisse der modernen kognitiv orientierten Linguistik, die die Renaissance des Weltbild-Konzeptes vorbereitet haben: (1) die sprachliche Strukturen sind Reflexe bestimmter kognitiv-konzeptueller Entitäten, (2) die Grundlage der Beschreibung und Explikation sprachlicher Phänomene ist das Wissen, (3) die „sprachliche Bedeutung“ ist ein linguistisches Konstrukt, das keine psychologische Realität beanspruchen kann, (4) Sprachwissen und Weltwissen sind eng miteinander verbunden: Die Rezeption sprachlicher Äußerungen wird erst durch die Appellierung an das Weltwissen und die Ontologisierung der Welt erst mittels des Mediums Sprache möglich. Die Sprache ist das Instrument der Wissensontologisierung und nicht nur ein Kommunikationsmittel. Das Weltbild stellt ein Bild, das in einer bestimmten Weise organisierte Summe der Kenntnisse, die für das sinnvolle Funktionieren der jeweiligen Sprache notwendig sind bzw. die Gesamtheit aller in der jeweiligen Sprache fixierten Vorstellungen der Träger dieser Sprache über die Welt stellt das Weltbild dieser Sprache dar. Der Sprachträger ist der Träger eines bestimmten konzeptuellen Systems. In diesem Beitrag wird das Konzept „Pferd“ im allgemeinen und das Konzept „Verwandschaft“ ausführlich aus der Sicht der Theorie des Weltbildes analysiert. Wir bestätigen damit die Auffassung, daß der Unterschied der Weltvorstellungen von sozialen, kulturellen, ethnopsychologischen Faktoren abhängig ist.